"Wort zur Woche" vom 7. Juli 2018

   Dekan Jörg Dittmar

 

Tauffest in Immenstadt
„In diesen paar Minuten habe ich mich unsterblich und für immer verliebt!“ So erzähle ich gerne von dem Tag, an dem ich unsere Tochter zu ersten Mal im Arm hielt. Gefragt nach dem größten und unvergesslichsten Augenblick ihres Lebens, würden wohl die meisten Eltern sagen: Ja, als unser Kind/unsere Kinder geboren wurden! Die Ängste und die Aufregung, das Wissen, unendlich beschenkt worden zu sein, die Sorgen, was kommt und kommen könnte, und tiefes, pures Glück – das machen diese heiligen Momente aus. Und das war alles wieder da, als wir einige Monate später unsere Tochter zu Taufe brachten: Das Danklied für den Gott, der Leben schenkt, das Gebet für uns und den Lebensweg der Kleinen, die Mitfreude unserer Freunde und Angehörigen, der Segen für das kleine Mädchen und für uns. Schließlich die drei Handvoll Wasser mit dem Versprechen: Dieses Kind hat einen Beschützer im Himmel und einen Platz auf der Erde und soll in einen Glauben hineinwachsen, der mutig, frei und gütig macht.

Nun kommt ein „aber“: Eine Umfrage im Allgäu brachte das Ergebnis, dass immer weniger Eltern sich für die Taufe ihrer Kinder entscheiden. Keine Zeit, kein Geld, keine Klarheit, welche Konfession das Kind haben soll – das sind Gründe, die genannt wurden. Nicht zuletzt die Scheu, wenn man als Alleinerziehende oder in einer Patchwork-Familie fürchten muss, scheel von Kirchenleuten angeschaut zu werden, die vermeintlich nur bürgerliche Normalfamilien gut finden. Verständlich! Aber was tun?
Die Pfarrerinnen und Pfarrer der evangelischen Gemeinden im Oberallgäu bringen heute an diesem Julitag eine wundervolle Idee an den Start: das Tauffest in Immenstadt – direkt am und im Alpsee. Die Gemeinden richten das Fest aus, alle Familien sind eingeladen, ob klein oder groß, reich oder arm, bürgerlich oder nicht. 19 Kinder werden getauft und ein Erwachsener. Was für ein Fest! Vielleicht wird es ja auch mal eine ökumenische Variante eines solchen Tauffestes geben! Danke allen, die da mithelfen! Und: Gott wird die segnen, die da getauft werden. Ihnen gilt sein Versprechen: Du hast einen Beschützer im Himmel und einen Platz auf der Erde und du wächst in einem Glauben, der mutig, frei und gütig macht!
Ihr Jörg Dittmar, Dekan